Herzlich Willkommen beim Verein für Geschichte und Heimatkunde Langenselbold e.V.

Die Entstehungsgeschichte des Vereins finden Sie hier.  

Tunnelsystem im Schlosspark gibt Rätsel auf

Die Stadt Langenselbold plant im Schlosspark Langenselbold für Rathaus, Schloss und Nebengebäude eine neue Fernwärme-Heizung. Dazu müssen die alten Rohrleitungen teilweise entfernt und/oder neue verlegt werden. Anfang Juni 2018 wurde mit dem Erdaushub begonnen. Wegen des bestehenden Denkmalschutzes im Schlossparkbereich war eine archäologische Baubegleitung erforderlich. Damit wurde die Firma SPAU – Archäologische Untersuchungen, Sascha Piffko, 35519 Rockenberg beauftragt.

Am 6. Juni wurde bei der Eröffnung des westlichen Grabensystems der Einstiegsschacht in einen Tunnel von etwa 1,30 m Höhe und etwa 0,80 m Breite entdeckt. Dieser Einstiegsschacht war mit schweren, etwa 1 m langen Sandsteinblöcken abgedeckt, die steinmetzmäßig behauen waren und auf den ersten Blick von einer Tür oder einem Fenster herrühren könnten. Nach der Entfernung dieser schweren Blöcke hatte man Zugang zum eigentlichen Tunnel, der nach beiden Seiten für einige Meter offen war und eine seitliche und obere Ausmauerung mit Sandsteinen aufwies. Der Boden war gewachsener Boden, der leicht eingewässert war. Dieser Befund wurde fachgerecht archäologisch dokumentiert und fotografiert.

Dem Verein für Geschichte und Heimatkunde, vor dessen „Heimatmuseum“ sich die gesamte Aktion abspielte, sah sich bei dem Befund mit folgenden Fragen konfrontiert.

1. Welchem Zweck diente dieser Tunnel?

2. Wann wurde der Tunnel errichtet?

Bei der ersten Frage sind pauschal drei Antworten möglich. Entweder es handelt sich um einen Abwasserkanal, einen Fluchttunnel oder eine Kombination von beiden. Die Lage und die Maße des Tunnels lassen für alle drei Möglichkeiten genügend Spielraum für eine Deutung.

Die zweite Frage lässt sich im Rahmen der historischen Entwicklung diskutieren. Im Jahr 1108 wurde das „Kloster Selbold“ auf einer Anhöhe gegründet, die heute „Klosterberg“ heißt. Der Anstoß kam von Papst Paschalis in Rom, der dem hiesigen Graf Dietmar den Klosterbau bei der Kirche Johann Baptist genehmigte. Das Kloster entwickelte sich prächtig und war reich an Besitztümern. Aber mit der Zeit verfiel es zusehends, Plünderungen und Kriege taten ihr Übriges, so dass sein Schicksal endgültig 1543 besiegelt war. Abt und Chorherren verließen das Kloster und die Immobilie ging in den Besitz der Landesherrschaft der Isenburger in Birstein über. Das Kloster war sich selbst überlassen, die Bausubstanz verfiel oder wurde als „Steinbruch“ genutzt. Dies währte solange, bis die Grafschaft Isenburg zu Beginn des 18. Jahrhunderts begannen, an gleicher Stelle ein Gut mit vielen Nebengebäuden (Fruchtbau, Schlossbau, Zehntscheunen, Gesindehäuser) errichteten. Das Kloster, oder das was davon übrig war, diente dem Baumeister Hermann als Steinlieferant. Noch heute finden sich in den Gebäuden verschieden Spolien in den Außenmauern, die davon zeugen.

Auch der 2018 teilweise geöffnete Tunnel enthält in den seitlichen Wänden und im Deckengewölbe Baumaterial, das offensichtlich aus älterer Zeit stammt. Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit dem „Steinbruch“, d.h. dem ehemaligen Kloster zuzuordnen. Hat bereits ein Probst oder Abt einen solchen Tunnel in Auftrag gegeben (1108-1543) oder ist dieser erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts zusammen mit dem Bau des Frucht- oder Schlossbaus entstanden? Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind die beiden Fragen nicht eindeutig zu klären. Weitere Recherchen und Nachforschungen in den Bauakten der Isenburger Bauakten sind hierfür erforderlich.

Neuigkeiten

Die Urne vom Kinzigsee

Das "Finish" der Urne ist jetzt fast abgeschlossen. Die ehemals "losen" Scherben aus dem Grabungsfeld sind zu einer Urne verarbeitet, die fehlende Teile ersetzt und im Originalton der Fundstelle gefärbt.So heben sich die Keramikscherben der riesigen Urne harmonisch von den ersetzten Flächen ab, ohne dass ein "kitschiger" Gesamteindruck entsteht. Der VGHL wird hier und den Printmedien über den Beginn der Ausstellung informieren.

Abgabe von Museumsgegenständen (z.B. nach Haushaltsauflösung) finden Sie hier.  

Ehrenamtliche Museumsarbeit

Die Museumsmannschaft, die sich jeden Donnerstag von 9:30 Uhr bis 13:00 Uhr zu einem Arbeitseinsatz im Museum trifft, besteht aus bis zu 15 Männern und Frauen. Im Museum Langenselbold gibt es immer etwas zu tun, seien es Vorbereitungen für Ausstellungen und Veranstaltungen, Restaurierung oder Archivierung. Auch die Entgegennahme von Museumsgut kann donnerstags vormittags zwischen 10 und 12 Uhr erfolgen. Diese Tätigkeiten erfordern nicht nur ein wenig Kraft, sondern auch Geist und Phantasie. Vorstandsmitglieder und Beiräte koordinieren die Arbeiten. Es können sich sowohl Vereinsmitglieder als auch Nichtmitglieder bzw. Beitrittswillige, die den Verein "testen" wollen, beteiligen. Ein hochinteressantes Betätigungsfeld, das sich besonders für Pensionäre/Rentner eignet. Hier bieten die Räume für (noch) nicht ausgestellte Gegenstände aus Landwirtschaft und Handwerk des 19./20. Jahrhunderts unendliche Möglichkeiten, sein Wissen bzw. seine Ideen oder körperlichen Fähigkeiten einzusetzen.

Mitgliedschaft
Der Jahresbeitrag beträgt 20 €. Eintrittsformulare sind hier oder während der Öffnungszeiten des Museums erhältlich: