Welcher Dialekt wurde oder wird noch in Langenselbold gesprochen?

Sieht man mal von einigen Abweichungen in der Schreibweise ab, so stimmt doch am Ende der Reim. Diese verblüffende Erkenntnis lässt den Schluss zu: Wir gehören mundartsprachlich im weitesten Sinne zur Wetterau (Mittelhessen). Denn weder mit dem südhessischen, dem osthessischen, noch mit dem Frankfurter Dialekt lässt sich eine solche Ähnlichkeit erkennen, eher schon mit dem Unterfränkischen.

Die Schreibweise des Dialektes

Will man Texte an die Öffentlichkeit bringen, bedient man sich vorzugsweise einer einfachen laienphonetischen Schreibweise, denn das Internationale phonetische Alphabet (IPA) oder ein Konstrukt mit vielen Sonderzeichen wären nicht lesbar. Die Sälweder Schbroochschoul hat im Laufe der Jahre viel experimentiert und eine Darstellung des Dialektes entwickelt, die sich -wo immer es geht- am Hochdeutschen orientiert. Man sollte aber beherzigen, dass Ungeübte einen Dialekttext langsam laut vorsprechen und dabei lernen, flüssig „vom Blatt zu lesen". Die Schreibweise der Selbolder Mundartgruppe ist dementsprechend gestaltet und kann nach einiger Übung gut verstanden werden. Auch hat sie sich ständig um Vereinfachungen bemüht, um dem Leser so weit wie es geht entgegen zu kommen. Wer selber texten möchte, dem empfiehlt die Gruppe, sich dieser Schreibweise anzuschließen. Der Sache abträglich wäre es aber, wenn jeder seine eigene Schreibweise entwickelt, denn so können andere Leser wenig teilhaben.

Eine kleine Sprachilfe

Der kleine Unterschied

HOCHDEUTSCH

FRANKFURTERISCH

SELBOLDERISCH

Blase

Blass

Bloose

Garten

Gadde

Goarde

Straße

Schtraaß

Schtrooße

malen

male

moole

mahlen

mahle

moale

wählen

wähle

wehle

Soße

Sooß

Suuß

bloß

blooß

bluuß

hören

heern

hiern

stören

schteern

schtiern

Blut

Blut

Blout

Buben

Buuwe

Bouwe

putzen

butze

botze

Füße

Fieß

Feuß

grün

grie

groi

Nüsse

Niss

Ness