Progromnacht 1938

Gedenkfeierstunde in der evangelischen Kirche

Am 9. November fand eine Feierstunde zur Erinnerung an den Pogrom gegen die Selbolder Juden statt. An diesem Tag jährte sich das schreckliche Ereignis zum 80. Mal. Von der Stolpersteingruppe nahmen Bärbel Tarai, Karin Hausch, Helga und Manfred Keil und Helmut Urban teil. Eine Doppellesung von Elke Bruchhaus und Karin Hausch schilderten vergleichend und sehr anschaulich die Ereignisse in Guntersblum (Rheinhessen) und Langenselbold an diesem denkwürdigen Tag. Begleitet wurde die Lesung von jüdischer Musik an Klarinette (Klaus Kattenberg) und Geige (Kurt Lißmann).

Jüdischer Besuch in Langenselbold

Empfang im Heimatmuseum

Am Mittwoch, dem 31. Oktober 2018, begleiteten einige Mitglieder der Stolpersteingruppe Langenselbold den Besuch einer Familie aus Israel, die auf der Spurenasuche ihrer Vorfahren in Deutschland weillte. Anlass war, eine Stolperstein-Verlegung in der Nähe von Idar-Oberstein, um dieser persönlich beizuwohnen. Die Steine wurden von Gunter Demnig für die Familie der Mutter verlegt. Die väterliche Seite kam aus Langenselbold und der ganzen Familie gelang die Flucht in das damalige Palästina.

Nach der Verlegung am Vormittag kam die Familie mittags in Langenselbold an, wo sie im Heimatmuseum vom Vorstand des Vereins begrüßt wurde. Bei einer Führung zeigte sich der Besuch sehr angetan von den Exponaten, insbesondere von den alten Stücken des 19. und 20. Jahrhunderts, die natürlich zu einem deja vu und zu Diskussionen einluden. 

Auch vertieften sich die Besucher in die Unterlagen über das Thema "Ehemaliges jüdisches Leben in Langenselbold", die für sie bereitgestellt waren. Großes Interessse zeigten sie natürlich an denen der eigenen Familiengeschichte, die bei dieser Gelegenheiten noch ergänzt werden konnten.

Der Herzenswunsch der Familie war, dem ehemaligen Wohnhaus der Großmutter einen Besuch abzustatten. Die jetztigen Bewohner/Hauseigentümer waren damit einverstanden und empfingen die Besucher in einer sehr offenen und warmherzigen Art und erzählten freimütig davon, wie sich das Haus bis heute entwickelt hat, über Umbauten und eigene Gestaltungen. Für alle Beteiligten, insbesondere für die Gäste, war dieser Besuch nicht nur informiert sondern auch sehr bewegend.

Den Abschluss bildete ein ebenso bewegender Besuch auf dem jüdischen Friedhof von Langenselbold.

 

Gedenktafel für jüdische Mitbewohner in Langenselbold

Standort der Tafel muss noch gefunden werden.

Die Stolpersteingruppe des Vereins geht zurzeit einem lange gehegtem Projekt nach. Für ausnahmslos alle während der Naziherrschaft verschleppten jüdischen Langenselbolder Mitbewohner hält man die Aufstellung einer Gedenktafel für überfällig. Für die direkt von Langenselbold in die Konzentrationslager deportierten und dort ermordeten Juden hatte man bereits 2013/2014 vor ihren ehemaligen Häusern Stolpersteine verlegt.. 

Nun möchte man an alle jüdischen Menschen erinnern, die direkt in die Vernichtungslager gewandert sind (Stolpersteine verlegt) und an die vorher geflohenen, die meist dennoch der Shoah nicht entkommen konnten.

So plant die Gruppe, zwei Bronzetafeln von jeweils 60x120 cm mit den Namen dieser Menschen mit Wohnadresse und Geburtsdatum zu füllen, die, hochkant nebeneinander auf einem passenden Untergrund (Mauer) fest verankert werden. Als Standort wurde der Rathausvorplatz gewählt, der während der Deportationen als Sammelplatz diente. Ein entsprechendes Foto ist eine Momentaufnahme einer "Sammlung" vor dem Abtransport. Die Mitglieder der Stolpersteingruppe hofft nun, dass der Magistrat der Stadt Langenselbold dem Vorhaben, vorallem der Wahl des Standortes zustimmen wird.

Die Kosten für die Tafel sollen durch Spendengelder finanziert werden. Die Firma Bronzeguss Rincker in Sinn soll mit deren Herstellung beauftragt werden. Diese hatten schon den Mönch "Rabenuld" zwischen Rathaus- und Schlossgebäude hergestellt.

Die Spendenkonten:

VR Bank Main-Kinzig-Büdingen, IBAN DE63 5066 1639 0102 4640 12

Sparkasse Hanau, IBAN DE34 5065 0023 0369 1101 50

Stichwort GEDENKTAFEL

Der Verein kann aufgrund seiner anerkannten Gemeinnützigkeit Zuwendungsbescheinigungen ausstellen.