Archäologische Grabung im Umland von Langenselbold

Auch 2019 tut sich im Umfeld von Langenselbold archäologisch einiges, hier am Beispiel Erlensee. Nördlich  der K 854 zwischen Langenselbold und Erlensee/Rückingen wird seit 2018 großflächig gegraben. Auf diesem Gelände will die Fa. LIdl ein großes Auslieferungslager bauen, das sich  weit nach Norden ausehnt. Entsprechend groß ist das archäologische Grabungsfeld in der Erlenseeer Gemarkung. Die bisherigen Grabungsergebnisse / Funde weisen auf vorchristliche Besiedlungen vom Neolithikum (Jungsteinzeit) bis zur Latenezeit (Kelten) hin: Steinwerkzeuge aus Stein und Silex (Feuerstein)  im ausschließlich sandigen Boden sind die markanten Funde. Typische Verfärbungen im tiefen Boden könnten Hinweise für Gäber oder Gruben sein, Fragmente einer Urne waren ebenfalls vorhanden.

Solche archäologische Erhebungen sind gesetzlich vorgeschrieben, vor allem dann, wenn im Vorfeld der Planung schon feststeht, dass im Gebiet früher schon vorgeschichtliche oder auch frühgeschichtliche Funde geborgen wurden. Nach abgeschlossener archäologischer Grabung kann mit dem Bauen begonnen werden.

Archäologen-Stammtisch

Der nächste Stammtisch der ehrenamtlich tätigen Kolleg(innen)en findet am Dienstag, dem 26. März, ab 18:00 Uhr im Gasthaus Fiene Sardegna in Gelnhausen, In der Aue 8, statt. Interessenten sind willkommen. Hier werden aktuelle archäologische Themen besprochen und anstehende Feldbegehungen oder Beteiligung an Grabungen im Main-KInzig-Kreis besprochen. Mitgebrachte Fundstücke werden gezeigt und archäologisch klassifiziert. Bisher beteiligen sich an den Stammtischen Maria Vetter und Dr. Manfred Keil, bei denen auch eine Mitfahrgelegenheit besteht.

Der "Archäologiepark" Rödelberg im Februar 2019

Aktuelle Bilder im Februar 2019

Wer im Februar einen Gang zum Rödelberg wagt, wird sich ein übersichtliches Bild vom Areal der Hügelgräber  machen können. Eines der Gräber, vermutlich das größte (höchste) ist in den Jahren 2010 / 2011 arachäologisch ausgegraben worden, es wurde ausgiebig in den lokalen Printmedien und hier auf der Website darüber berichtet. Das Gebiet des Gräberfeldes umfasst fast das gesamte Waldareal und besteht nachweislich aus mehr als 20 Hügeln. Bei einem Gang im Umfeld des untersuchten Grabes im Februar kann man die heute etwas flach erscheinenden geschlossenen Gräber ekennen (Bild rechts), was auch dem Umstand geschuldet ist, dass der Wald im Februar nicht belaubt und die Sicht daher frei ist.

Die Funde der Blockbergung aus der Grabung sind im Heimatmuseum Langenselbold ausgestellt. Ein 1:1 Modell des Grabes ist dort errichtet, die Grablege ist nachgestellt und beherbergt die keramischen Funde sowie ein Skelettmodell des Toten. Ein bronzenes Toilettebesteck sowie das bronzene Schwert sind in einer Vitrine nebenan zu sehen. Ein weiterer Fund ist interessant, nämlich ein eisernes Messer, was schon auf die "Eisenzeit" hindeutet, offenbar handelt es sich um die Übergangszeit von der späten Bronzezeit (Urnenfelderzeit) hin zur Zeit der Kelten.

Was aber verbirgt sich unter den Grabhügeln in dessen Umgebung? Wir wissen es nicht, eine weitere Graböffnung verbietet sich jedoch, da sonst die in situ - Situation eines Denkmals unwiderbringlich zerstört würde (Denkmalschutz).