Legendärer unterirdischer Tunnel im Schlosspark aufgetaucht

Bei Aushubarbeiten im Rahmen der Verlegung einer „Fernwärmeleitung“ im Schlosspark stießen die Mitarbeiter der Firma Stephan Platt  auf einen unterirdischen Graben von etwa 1,30 m Höhe. Dieser Graben ist mit Sandstein ausgemauert und reicht vom westlichen Rathaus südwärts in Richtung Klosterberghalle. Das Ende des Grabens konnte dabei aus technischen Gründen nicht dargestellt werden. Ausgemauert ist der Tunnel mit zugeschlagenen Sandsteinen, deren Herkunft noch unklar ist. Einiges spricht dafür, dass die Steine vom Kloster Selbold stammen. Ob sie schon in dieser Zeit (1108 – 1543)  oder viel später, d.h. im Rahmen der Errichtung der Schlossanlage verbaut wurden, muss zurzeit ebenfalls offen bleiben. In diesem Zusammenhang ist seine Funktion gleichermaßen ungeklärt. Im Augenblick werden ein Abwasserkanal und ein Fluchttunnel diskutiert. Vielleicht werden die weiteren Arbeiten in der 24. Kalenderwoche zur Klärung beitragen. Auf jeden Fall wird der Befund ein historischer Meilenstein im Hinblick auf die wechselhafte Geschichte des Klosters Selbold und seine Zeit unter der Herrschaft der Isenburger sein.

Wozu diente der Tunnel? Wann ist er gebaut worden? Wie ist seine Ausdehnung im Schlosspark? Der Verein für Geschichte und Heimat-kunde Langenselbold wird auch diesen Fragen gerne nachgehen.