Ordentliche Mitgliederversammlung (OMV)

Die ordentliche Mitgliederversammlung (Jahreshauptversammlung)  des Vereins mit einem Aktivitätsbericht vom vergangenen Jahr 2019 und einer Vorausschau auf 2020 findet am

Freitag, dem 6. März 2020, um 19:00 Uhr im Heimatmuseum statt.

Alle Mitglieder sowie interessierte Nichtmitglieder sind dazu herzlich eingeladen. Die Einladungen mit Tagesordnung an die Mitglieder  ergehen demnächst per Post oder e-mail. Schriftliche Anträge an die Versammlung müssen satzungsgemäß 1 Woche vor der Versammlung beim Vorstand eingegangen sein.

Neue Publikation in Arbeit

 

Seit Mitte 2019 ist eine Veröffentlichung  über das Kloster Selbold in Arbeit. Wenn alles klappt, wird das Heft demnächst im Druck erscheinen. Herausgeber:  "Zentrum für Regionalgeschichte des Main-Kinzig-Kreises" (Mitteilungsblatt). Es beinhaltet zahlreiche Bilder von Originalbauteilen sowie Erklärungen zur staufischen Baukunst im 12. Jahrhundert. Weiterhin wird berichtet, was sich aus den Nachfolgebauten Schloss, Rentei und Herrnscheunen für das Kloster des 12. Jahrhunderts nach dessen funktionellen Niedergang 1543 bzw. Abbruch 1725 an Kenntnis oder Rückschlüssen gewinnen lassen kann.

Links: Titelseite der Veröffentlichung (Manuskript)

Neue Gedenkstätte im Schlosspark Langenselbold - Erinnerung und Mahnung

Einweihung am 24. November 2019

Ein knappes Jahr arbeitete eine Gruppe Gleichgesinnter an der Verwirklichung ihrer Idee, für alle Langenselbolder Juden ein Mahnmal zu errichten, die während der Naziherrschaft in Lager deportiert und ermordet worden sind. Die Gruppe setzt sich zusammen aus der "Stolperstein-Gruppe" und MItgliedern des "Vereins für Gechichte und Heimatkunde Langenselbold". Unterstützt wurden sie dabei von der Stadt Langenselbold und vielen Geldspendern. Nur so konnte ihr Projekt verwirklicht weden. Schon die Auswhahl des Standortes in der Stadt war nicht einfach zu wählen. Schließlich hat der Magistrat der Stadt das Placet für den Standort Schlosspark erteilt. Die Vorbereitung des Standortes gestaltete die Firma Stefan Platt sowie der städtische Bauhof. Für die 4 Bronzetafeln, auf denen die Opfer alle verzeichnet sind  -es sind über 120 Namen-  zeichnete die Glocken- und Kunstgussfirma Rincker in Sinn verantwortlich, bei der auch 2009 der Mönch Rabenuld gegossen wurde.

Letztendlich ausschlaggebend für den Standort  zwischen Rathaus- und Schlossgebäude war u.a. die Bereitschaft / Empfehlung des Magistrates für diesen Ort, wonach andere Optionen nicht mehr in Erwägung gezogen wurden. Nach Fertigstellung der Säule mit den Tafeln in der Gesamtschau muss man feststellen, dass dieser Ort in jeglicher HInsicht optimal ist und allen Ansprüchen gerecht wird. Auch die Nähe zum Bronzemönch "Rabenuld", der eine viel frühere Zeit symbolisiert, weißt darauf hin, dass hier Geschichte geschrieben wurde, wenn auch mit dem Mahnmal eine unrühmliche für den Ort. 

Die Einweihung mit akademischer Feier im großen Salon des Schlossgebäudes und der sich daran anschließenden Würdigung draußen an der Gedenkstätte waren eine dem Anlass angemessene Veranstaltung. Gerade auch die Musikbeiträge des Kantors Kempin sowohl im großen Saal als auch draußen vor dem Denkmal und das Verlesen aller Namen aller 120 Opfer durch Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule wurden dem Anspruch des Gedenkens für die Opfer gerecht. In ihrer Dankesrede an alle Teilnehmer der Feier sowie der vielen Spender gab Bärbel Tarai einen Überblick über die Entwicklung des Projektes bis hin zur Fertigstellung des Mahnmals. Die ersten Reaktionen zur Feier und zur Gestalt der Erinnerungsstätte waren ehr positiv.

Man kann allgemein davon ausgehen, dass der Schlosspark an Attraktivität gewonnen hat und ein bedeutender Ort der Erinnerungskultur geworden ist:

Die Klosterzeit 1108 - 1543, vertreten durch den Mönch, und daneben die schlimme Zeit des Nationalsozialismus 1939 - 1945, vertreten durch das Mahnmal der Gedenkstätte. 

 

Auszüge aus Kantor Kempins Vortrag "KEL male Rachamin - Gott voller Erbarmen"

. . . Es mögen leuchten die Seelen unserer Brüder und Schwestern,

die umgebracht und geschlachtet, erstickt und lebendig begraben wurden

durch die Nazis und ihre Mithelfer -  in Auschwitz, Maidanek, Sobibor,

Treblinka, Kowno, Riga, Lodz, Theresienstadt

und in anderen Konzentrationslagern in Europa . . . .

So beten wir, ihre Söhne und Töchter und Familiennachkommen,

um ihrer Seelen zu erinnern . . . .

 

 

Bilder von der Errichtung einer Gedenkstätte im Schlosspark Langenelbold

 

In der Zeit von September bis zum 23. November 2019 wurde an der Gedenkstätte gearbeitet. Die Erinnerungstafeln wurden am 23. November montiert., kurz vor der Einweihung am 24. November

Neubepflanzung unter den Augen des Priesters Rabenuld

10.10.2019: Unter den wachsamen Augen des bronzenen Mönches „Rabenuld“, dem Prämonstratenser Priester des Grafen Dietmar von Selbold und Gelnhausen, waren Vertreter des Vereins für Geschichte und Heimatkunde dabei, das Beet zu dessen Füßen neu zu bepflanzen (Kurt Prahl, Herbert Röder, Ulrich Herkrath). Nach gründlicher Vorbereitung des Bodens  wurde die von Unkraut befreite Fläche mit einer durchlässigen Folie abgedeckt und entsprechend zugeschnitten. In Abständen von etwa 30 cm wurde die Folie  kreuzförmig eingeschnitten und dort die Pflanzen in den Boden eingesetzt. Zwischen den gesetzten Pflanzen wurde eine handbreite Schicht Pinienrindenmulch ausgebracht. Diese Art der Bepflanzung verhindert das ungehinderte Wachstum unerwünschter Unkräuter zwischen den neu gesetzten Pflanzen, Luft und Regen können dennoch ungehindert eindringen. Die Neubearbeitung des Beetes wurde unter fachlicher Beratung der Gärtnerei Böckler ausgeführt. Bei den Pflanzen handelt es sich um Thymian, einem in Klöstern des Mittelalters gebräuchliches Gewächs, das als Würze und Heilkraut eingesetzt wurde, vermutlich auch von den Selbolder Prämonstratensern, außerdem blüht es üppig. Dass die Fläche vor dem Mönch während des Sommers brach gelegen hat, war dem heißen Wetter geschuldet, das eine Bepflanzung lange nicht zuließ. Dass deshalb das „nackte“ Beet auch für die vorbeiziehenden Hochzeitsgäste kein erbaulicher Anblick war, ist verständlich. Dafür bittet der Verein für Geschichte und Heimatkunde um Nachsicht und wünscht, dass der zukünftige Anblick hoffentlich für Entschädigung sorgen wird. Das letzte Foto zeigt das Beet kurz vor seiner Vollendung am 17. Oktober 2019: Die Pinienrindenschnitzel decken die Schutzfolie bis auf die Pflanzen ab, so dass das Beet geschützt in die Winterruhe gehen kann.

Neues aus der Mundartgruppe

Heute treffen sich zwei hochbetagte Selbolderinnen (Fra Miller on Fra Wenderschtoa) vor dem "Neuen Friedhof" am Rödelberg und warten auf eine Fahrgelegenheit:

Säät die Wenderschtoasen: "No Fra Miller, aach wirrer mool es Groab e bissi uffgeroamt?!"

Säät die Millern: " No ja, Fra Wenderschtoa, mer kan joa es Groab näit suu oafach sich selbst iwwerlosse!"

Säät die Wenderschtoasen: "Noa, dos gieht näit! Soa´se mool, wäi aalt soi säi eischentlich schunn?"

Säät die Millern: "Eisch? Eisch soi oachtenoachtzisch (88) !"

Säät die Wenderschtoasen: " Ei Gewirrer, suu aalt, on do doon´se sich noch schminke?

Säät die Millern: "Woarim dann näit !  - On Säi, wäi aalt soi säi dann?

Säät die Wenderschtoasen: "Eisch? Eisch soi finfenneunzisch (95) !"

Säät die Millern: "Ei Gewirrer, on do foahrn säi noch hoam?"

Aus: Fritz Ullrich: Handbuch für Sprichklobber, Irene Bürger Verlag 1989

Jahreswende im Museum

 

Das Museum bleibt im Dezember 2019 und Januar 2020 geschlossen.