Jüdischer Grabstein zurückgeführt

Seit langem ist das Bruchstück eines Grabsteines mit jüdischer Inschrift Bestandteil der Sektion "Lapidarium" (Steinsammlung) im Langenselbolder Heimatmuseum. Warum der Stein dorthin gelangt ist und unter welchen Umständen, ist nicht bekannt. Möglicherweise handelt es sich um den abgehauenen mittigen Schriftteil eines großen Grabsteines, der Rest ist nicht mehr vorhanden. Ob es  sich dabei um einen Stein vom Langenselbolder Judenfriedhof handelt und warum er ins Museum verbracht wurde, ist nicht bekannt.

Der Verein möchte nun im Rahmen einer Umgestaltung des Museums für das Denkmal einen würdigen Platz finden. Nachfragen beim Landesverband Jüdischer Gemeinden Hessen LVJGH haben ergeben, dass nach Vorgaben des hessischen Sozialministeriums 1992 außerhalb eines Friedhofes gefundene Steine wieder auf den Friedhof verbracht und dort an der Mauer gesetzt werden müssen. Dabei ist es unerheblich, ob diese letzte Stätte der ursprüngliche Platz ist.

Die Rückführung des Grabsteinfragmentes auf den Langenselbolder Judenfriedhof und dessen Positionierung an der Friedhofsmauer geschieht durch den LVJGH im Einvernehmen mit der Friedhofsverwaltung Langenselbold.

Gedenktafel (Epitaph) aus dem Museum zur Ballettschule überführt

Am 12. November wurde das Epitaph (Gedenkstein mit Inschrift) für den fürstlich-isenburgischen Tischler / Schreiner  Johann Andreas Munde   aus dem Vitrinenraum des Museums zur Ballettschule  /  Gebäudetrakt östliche Herrenscheune transportiert und dort in eine Türnische eingebaut Dies war schon länger geplant (siehe Bericht unten). Die Firmen Stephan Platt (Platt Bau) und  Patrick Wurm (Steinmetzbetrieb) hatten sich angeboten, die Transaktion gemeinsam durchzuführen. Die Fensternische hatte sich angeboten, weil sie in ihren Maßen exakt den Außenabmessungen des Steins entsprach, Grund für den "Umzug". Außerdem war die alte Position des Epitaphs zwischen Exponaten der Stein- und Bronzezeit im Heimatmuseum nicht mehr "zeitgemäß" und die Inschrift war  dort kaum lesbar. Nunmehr, an der Rückwand der Ballettschule, ist die zeitliche Einordnung (spätes. Jh.) im Umfeld  des Schlossensembles gegeben und  das Epitaph fügt sich auch baulich in die Bausubstanz der Ballettschule ein. Eine vor Ort noch anzubringende Hinweistafel sowie ein Geschichtsblatt aus dem Heimatmuseum liefern den historischen Hintergrund und das Schicksal des Steines nach dessen "Entsorgung".

Die konzertierte Aktion ist hervorragend abgelaufen. Über das Ergebnis freuen sich nicht nur die beteiligten Vereine (Verein für Geschichte und Heimatkunde, Förderkreis Schloss), sondern auch vor allem die Firmen Platt und Wurm, ohne deren bereitwilliges Engagement und Fachkompetenz  die Aktion nicht hätte bewältigt werden können.

Der Verein für Geschichte und Heimatkunde Langenselbold bedankt sich deshalb ganz besonders über die  uneingeschränkte Unterstützung bei der Verwirklichung des Vorhabens durch die beiden Firmen, für die Gedenktafel einen angemessenen und würdigen Platz zu finden. Ein Beispiel gelungener Kooperation zwischen  Kultur und Handwerk in Langenselbold, und das mitten im Corona-Lockdown.

Donnerstags - Treffen

Während der Coronazeit ist kein persönlicher Kontakt im Museum möglich, auch nicht für die Abgabe von Museumsgegenständen.

Sollte jemand  aus der Bevölkerung Museumsgegenstände oder andere Archivalien an den Verein abzugeben oder andere Gründe haben, möge er sich bitte an folgende Adressaten wenden:

Dr. M. Keil (901481), Herbert Röder (3669) Helmut Urban (4517), Eva-Maria Cziommer (1420), Maria Vetter (2933), Dieter Goehrick (4617).

Wann ein regelmäßiges Donnerstagtreffen wieder möglich ist, wird hier und in der lokalen Presse mitgeteilt.

DIE  EINGEMAUERTEN SCHUHE VON LANGENSELBOLD

Diese alten, extrem abgetragenen und teilweise geflickten Schuhe und Sohlenteile fand der Steinmetz Patrick Wurm aus Erlensee bei den zur Zeit laufenden Restaurierungsarbeiten hinter der Fassade eines Nebengebäudes des Langenselbolder Schlosses versteckt eingemauert.

Zum Glück übergab Herr Wurm seine kuriose Entdeckung dem Geschichtsverein und entsorgte den Fund nicht im Bauschutt, wo wahrscheinlich viele solcher Funde aus Unwissenheit um diesen alten Brauch landen. Nach umfangreichen Recherchen über die hessischen Denkmalbehörden, das Internet und dem dadurch entstandenen Kontakt zur Bauforscherin Dr. Kristin Dohmen von der Denkmalbehörde des Landesverbands Rheinland können wir nun in der Ausstellung im Heimatmuseum detailliert darüber berichten.

Eines kann man schon sagen: Zu diesem geheimnisvollen Brauch gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, weil es bis jetzt keine schriftlichen Quellen gibt und auch keine Begleitfunde bei vergleichbaren Entdeckungen, die Hinweise zu eindeutigen Erklärungen geben könnten.

Frau Dr. Dohmen hat ca. 70 Funde in den letzten Jahren registriert. die meisten dieser Funde in Deutschland stammen  aus dem 19. Jahrhundert. Danach scheint der Brauch langsam in Vergessenheit geraten zu sein. Auch über den Hintergrund ist wenig bekannt. Alles deutet darauf hin, dass es sich um ein abergläubisches Ritual handelt, das nach vorgenommenen Umbauten Unheil vom Gebäude und seinen Bewohnern fernhalte sollte.

Dieser Fund kann im Original am 4. Oktober zwischen 15 und 17 Uhr im Heimatmuseum besichtigt werden. Dort sind vom Museumsteam noch weitere interessante Details zu diesem Brauch zu erfahren.

Museumsöffnungen - Vorschau

Eine Öffnung des Museums für Besuche, Führungen und andere Veranstaltungen sind zur Zeit nicht möglich.

Der Verein hofft mit allen Selboldern auf bessere Zeiten.