Die Mitgliederversammlung

Präsenz im Heimatmuseum 2022 möglich?

Jetzt, wo sich die pandemische Lage entspannt, erinnern wir uns daran, dass der Verein im März des Jahres 2021 seine Mitgliederversammlung hätte abhalten sollen. Das hat Corona verhindert. Dies ist umso bedauerlicher, weil in diesem Jahr der Vorstand hätte neu gewählt werden müssen. Noch weiß niemand, wie in diesem Falle zu verfahren ist, das heißt in präsenter Form oder vielleicht doch in digitaler Manier? Sicher wird der Verein irgendwann eine Versammlung einberufen, der Zeitpunkt ist noch ungewiss. Auf jeden Fall versucht der jetzige Vorstand, seine Handlungsfähigkeit zu erhalten / weiterzuführen. Aber vielleicht gelingt es doch, vorher einen neuen Vorstand zu kreieren. Wir werden Mitglieder und Interessierte  an dieser Stelle weiter infomieren und bitten um ein wenig Geduld.

Nachfragen an kompetenter Stelle haben mittlerweile ergeben, dass der Verein in Ruhe das Jahresende abwarten kann und jetzt keine Mitgliedervesammlung einberufen muss. Man kann sie also in aller Ruhe vorbereiten.  Allerdings sollte ab Januar 2022 ein neuer Vorstand bekannt  / gewählt sein, damit Handlungsfähigeit nach BGB gewährleistet ist.

Der Vorstand sucht für die neue Saison auf jeden Fall Freiwillige für die Posten des stellv. Schriftführers. Die "Neuen" finden einen intakten Vorstand  mit gutem Teamgeist und  interessanter Thematik vor. Die Einarbeitung efolgt durch erfahrene Mitglieder in kollegialer Atmosphäre. 

Wir stehen jederzeit gerne für informative  Gespräche zu Verfügung.

Für den Vorsatand:

Dr. Manfred Keil / 1. Vorsitzender und die Mannschaft mit

Herbert Röder, Helmut Urban, Eva-Maria Cziommer, Ulrich Herkrath sowie

weitere assoziierte Mitgliedern in verschiedenen Fachbereichen.

Wer kann sich noch an die Langenselbolder "Mohn- Räder" erinnern?

Wer weiß noch, dass zwischen 1948 und 1957 am Marktplatz Haus Nr. 26 Fahrräder gebaut wurden?  -  Heinrich Mohn hatte mit der "Produktion" in kleinem Stil nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft Am Marktplatz 26 (Bild) begonnen. Es war eine Hofreite mit Nebengebäuden rechts vom Wohnhaus. Hier baute Mohn seine "Mohn-Räder" zusammen und reparierte natürlich auch. Der Marktplatz reichte -und so ist es heute noch- bis zu der Stelle, wo die Schäfergasse vor dem Anwesen Oberdorfstraße 1 links abbiegt.

Heinrich Mohn war der Bruder von Anneliese Zieg, die heute am alten Bahnhofsgebäude in Ronneburg-Hüttengesäß lebt. Die Mutter von Anneliese Zieg war Marie Mohn, geb. Bäuscher , genannt "Bäuscher Marie" vom Sägewerk am Langenselbolder Bahnhof, soweit die genealogischen Zusammenhänge.

Inge Marie Schäfer, die Tochter von Anneliese Zieg hat uns kürzlich über ihre Wurzeln in Langenselbold  berichtet und sie ist heute natürlich sehr an mehr Information zu Heinrich Mohns Fahrradfabrikation interessiert, genauso auch der Verein für Geschichte und Heimatkunde.

Geschichtliches: Im Mittelalter stand an der Stelle Marktplatz 26 das "Haus Neydeck" (Neidecke, ahd. nid = Neid, Feindschaft, Hass), zu dem auch das Gelände des späteren Amtshauses "Betzeloch" gehörte. Hier stand später auch der Pranger mit Halseisen. Die sich später anschließenden Gebäude bis zum Spilhaus (Marktplatz Nr. 14, 12) gab es zu der Zeit (14. Jh.) noch nicht.

Auf dem Bild unten links sieht man 2 Mohn-Sporträder (Niederflanschlaufrad) mit Hermann Schäfer (li.) und Heinrich Wiegels (re.) im Bild.

 

Unser Vereinsmitglied und bekannter Mundartexperte Hans Runkel ist nach schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren, kurz vor seinem 80. Geburtstag, gestorben

Der Verein trauert um sein Mitglied.

Die Mundartgruppe "Sälweder Schbroochschoul" war nur mit Hans Runkel denkbar, eine conditio sine qua non. Denn Hans Runkel konnte einen Mundartabend füllen, sowohl mit fremden Gedichten als auch mit eigenen Produktionen in Prosa und Lyrik. Es wurde im Museum heftig diskutiert, ob das eine oderer andere  Mundartwort so oder so aufzuschreiben ist. Unter seiner Ägide wurde sogar eine Dialektvariation innerhalb von Langenselbold aufgedeckt: Er hat nämlich herausgefunden, dass der Teig im Oberdorf anders ausgesprochen wurde als z.B. in Hausen, dem Ortsteil, in dem er groß wurde. So hieß der Teig dort Daasch, im Oberdorf aber Daigk.  - An den Mundarttreffen im Museum ging es somit oft zu wie in einem Universitätsseminar an der Uni. Aprospos Teig: Hans hat u.a. eine Dialektbroschüre verfasst, die in charmater Weise das Brotbacken in den 7 Gemeindebackhäusern beschreibt, eine empfehlenswerte Publikation, die im Museum verfügbar ist.

"Die Backwälle härre´mer, etzt kann gebacke wern!" Bei dieser Erzählung stand das Backhaus in der Braugasse Pate.  Hans kannte die Backerei dort, da er nicht weit von hier, in der Wassergasse, seine Kindheit verbracht hat.

Hans Runkel ist als Mundartexperte im Verein nicht zu ersetzen.

Wir werden ihn nicht vergessen:  "Hans, mir vegässe dich näit!"

Der "Wasserturm", ein vergessenes Denkmal? Siehe auch unter "Langenselbold früher und heute: Denkmäler"!

Am Mittwoch, dem 24. März, fand für eine begrenzte Azahl von Vorstandsmitgliedern und örtlichen Pressevertretern (LZ, GNZ) eine Begehung des Geländes um den Wasserturn statt. Der Wasserturm selbst stand natürlich im Focus der Besichtigung. Dieser Turm ist ein Denkmal der Frankfurter Wasserversorgung mit dem Namen "Frankfurter Quellwasserleitung", abgekürzt FQL, die Vogelsberg und Spessart mit Frankfurt verbindet. Den Verein interessiert  neben der Geschichte, die auf das Jahr 1872 zurückgeht, insbesondere der Turm als Denkmal. Auch als Rastpunkt für Wanderer und Radler dürfte der Wasserturm von Interesse sein. Von Interesse dürfte auch sein, dass es in Langenselbold Am Rathausplatz eine Mess- bzw. Kontrollstelle für die Wasserleitung gab.

Vor dem Denkmal ist eine Hinweistafel geplant, die Wanderer und Radler über die Geschichte des Turmes informieren soll.

 

Donnerstags - Treffen

Während der Coronazeit ist kein persönlicher Kontakt im Museum möglich, auch nicht für die Abgabe von Museumsgegenständen.

Sollte jemand  aus der Bevölkerung Museumsgegenstände oder andere Archivalien an den Verein abzugeben oder andere Gründe haben, möge er sich bitte an folgende Adressaten wenden:

Dr. M. Keil (901481), Herbert Röder (3669) Helmut Urban (4517), Eva-Maria Cziommer (1420), Maria Vetter (2933), Dieter Goehrick (4617).

Wann ein regelmäßiges Donnerstagtreffen wieder möglich ist, wird hier und in der lokalen Presse mitgeteilt.

DIE  EINGEMAUERTEN SCHUHE VON LANGENSELBOLD

Diese alten, extrem abgetragenen und teilweise geflickten Schuhe und Sohlenteile fand der Steinmetz Patrick Wurm aus Erlensee bei den zur Zeit laufenden Restaurierungsarbeiten hinter der Fassade eines Nebengebäudes des Langenselbolder Schlosses versteckt eingemauert.

Zum Glück übergab Herr Wurm seine kuriose Entdeckung dem Geschichtsverein und entsorgte den Fund nicht im Bauschutt, wo wahrscheinlich viele solcher Funde aus Unwissenheit um diesen alten Brauch landen. Nach umfangreichen Recherchen über die hessischen Denkmalbehörden, das Internet und dem dadurch entstandenen Kontakt zur Bauforscherin Dr. Kristin Dohmen von der Denkmalbehörde des Landesverbands Rheinland können wir nun in der Ausstellung im Heimatmuseum detailliert darüber berichten.

Eines kann man schon sagen: Zu diesem geheimnisvollen Brauch gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, weil es bis jetzt keine schriftlichen Quellen gibt und auch keine Begleitfunde bei vergleichbaren Entdeckungen, die Hinweise zu eindeutigen Erklärungen geben könnten.

Frau Dr. Dohmen hat ca. 70 Funde in den letzten Jahren registriert. die meisten dieser Funde in Deutschland stammen  aus dem 19. Jahrhundert. Danach scheint der Brauch langsam in Vergessenheit geraten zu sein. Auch über den Hintergrund ist wenig bekannt. Alles deutet darauf hin, dass es sich um ein abergläubisches Ritual handelt, das nach vorgenommenen Umbauten Unheil vom Gebäude und seinen Bewohnern fernhalte sollte.

Dieser Fund kann im Original am 4. Oktober zwischen 15 und 17 Uhr im Heimatmuseum besichtigt werden. Dort sind vom Museumsteam noch weitere interessante Details zu diesem Brauch zu erfahren.

Museumsöffnungen - Vorschau

Eine Öffnung des Museums für Besuche, Führungen und andere Veranstaltungen sind zur Zeit nicht möglich.

Der Verein hofft mit allen Selboldern auf bessere Zeiten.