Die Ausstellungsräume

Das Heimatmuseum Langenselbold wird vom Verein für Geschichte und Heimatkunde Langenselbold betreut. Genutzt werden die Räume der Langenselbolder Schlossalage, die früher als Remise und Stall dienten. In seiner Sammlung befinden sich Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte, die aus der Gemarkung Langenselbold stammen sowie neuzeitliche Exponate aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts, die das Leben der Menschen dieser Zeit veranschaulichen. Da manche Ausstellungen von Zeit zu Zeit auf einen anderen Stand gebracht, ergänzt oder ausgetauscht werden, können die nachfolgenden Abbildungen nicht immer den aktuellen Stand der Dinge im Museum entsprechen und dienen als kleinen Vorgeschmack.

Erdgeschoss: Die Bachtanzwand und Exponate

Im Erdgeschoss sehen Sie das Heimatspiel "Selbolder Bachtanz". Dies wurde durch 5 Bilder dokumentiert: 4 Aquarelle von Anton Ruth aus dem Jahr 1935, der beauftragt war, die Bachtanztracht zu entwerfen. Anton Ruth war gelernter Goldschmied und hatte auf der Zeichenakademie Hanau bei Reinhold Ewald Zeichnen und Malen gelernt.

Erdgeschoss: Ur-, Vor- und Frühgeschichte von der Steinzeit bis zum Mittelalter

In einem weiteren Raum im Erdgeschoss mit Schwerpunkt Vor- und Frühgeschichte finden sich Exponate aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und der Eisenzeit über die Römer bis hin zur Völkerwanderungszeit. Besonders sehenswert ist das Modell einer mittelbronzezeitlichen Hauswand, die deutliche Zeichen des Energiesparens aufweist. Aus dem Mittelalter sind schöne staufische Spolien vom Kloster Selbold erhalten. In einem Lapidarium werden Grenzsteine des Fürstenhauses Isenburg/Birstein, des Deutschen Ordens und von Feldfluren gezeigt. Eine alte Hufschmiede als Zeichen der "modernen Eisenzeit" ergänzt die Sammlung. Im Zentrum der Dauerausstellung und damit auch ein "Highlight" dürfte das 1:1 Modell eines früheisenzeitlichen Grabhügels sein, der im Original auf dem Rödelberg zu finden ist. Eine Vitrine mit urgeschichtlichen Funden (Knochenfragmente von Mammut, Wisent und Rentier) ausgestattet, die 1965 bei Baggerarbeiten im Bereich Birkenweiher geborgen wurden. 

Obergeschoss: Volkskundliches aus dem 19./20. Jahrhundert

Das Obergeschoss ist dem Leben der Einwohner Langenselbolds im ausgehenden 19. Jahrhundert bis etwa in die Mitte des 20. Jahrhunderts gewidmet. Ein original eingerichtetes Wohnzimmer und eine "Schlafkammer" zeigen, wie man damals lebte. Ergänzt werden diese Teile durch eine Küche aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, diverse Gebrauchsgegenstände und die Einrichtung einer Schulklasse, in der bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts unterrichtet wurde. Ein original "Tante-Emma-Laden", in dem bis in die 2. Hälfte des 20. Jh. verkauft wurde, ist ein weitertes "Highlight" der Abteilung. Die Abteilung Volkskunde wurde neu geordnet und durch zahlreiche Exponate ergänzt, die bisher noch nicht zur Ausstellung kamen und z.T. von großer Schönheit und hohem Ausstellungswert sind. Neu ist auch, dass vor den einzelnen Abteilungen große Hinweisschilder angebracht wurden, um vor allem die jüngeren Besucher über das Leben in einer Zeit zu informieren, die sie noch nicht selber kennen gelernt haben.